Sprechstörungen

Dysarthrie/Dysarthrophonie

Bei einer Dysarthrie handelt es sich um eine Störung in der Ausführung von Sprechbewegungen entweder durch eine Lähmung oder durch eine Störung in der Koordination von Stimme, Atmung und Sprechmotorik.

Symptome sind unter anderem
  • veränderter Stimmklang z.B. leise, brüchig, rau
  • die Luft kann beim Sprechen durch die Nase entweichen
  • das Sprechtempo ist verlangsamt
  • ein veränderter Sprechrhythmus
  • eine veränderte Lautstärke
  • ein verminderter oder verstärkter Speichelfluss
  • Kurzatmigkeit
  • beeinträchtigte Melodieführung
Ziel der Behandlung ist es die sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen. Dazu gehört die Sprechmotorik zu verbessern, wenn möglich zu normalisieren. Ist eine vollständige Wiederherstellung nicht möglich, erarbeiten wir mit Ihnen Strategien, damit die Kommunikation im Alltag gelingt. Zur Stabilisierung der kommunikativen Kompetenz kann eine Gruppentherapie im Anschluss an die Einzeltherapie sinnvoll sein.

Begleitende Beratungsgespräche gemeinsam mit Ihnen als Betroffene und Ihren Angehörigen sind für uns ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Sprechapraxie

Bei der Sprechapraxie handelt es sich um eine Störung der Planung der Sprechmotorik. Man geht davon aus, dass in der linken Gehirnhälfte Programme für die Ausführung/Kontrolle von Sprechbewegungen verantwortlich sind. Diese Programme „funktionieren“ aufgrund einer Störung nicht mehr. Die Apraxie tritt zusammen mit einer Aphasie auf.

Symptome können sein
  • Suchbewegungen bei Artikulation
  • Sprechanstrengung
  • verlangsamte Bewegungsvorgänge
  • Fehler werden selbst wahrgenommen
Ursachen können sein
  • Schlaganfälle
  • cerebrale Durchblutungsstörungen
  • Schädel-Hirn-Traumen
Da die Störung als Begleiterscheinung der Aphasie auftritt, wird gemeinsam mit der Familie der Betroffenen entschieden, zu welchem Zeitpunkt wie intensiv welche Störung behandelt wird. Bedeutsam ist dabei die Schwere der einzelnen beeinträchtigten Bereiche.

Stottern

Beim Stottern ist der Sprechablauf gestört. Man spricht auch von einer Redeflussstörung.
Stotternde Menschen zeigen häufig Sprechangst und haben ein ausgeprägtes Störungsbewusstsein. Es kann zu Mitbewegungen kommen, Strategien zur Vermeidung des Stotterns werden eingesetzt.

Symptome
sind unter anderem
  • das Wiederholen von Lauten, Silben, Wörtern oder Satzteilen
  • das Benutzen von so genannten „Startern“, das sind Satzanfänge, um sich das Hineinkommen in den Satz zu erleichtern
  • Dehnungen von Lauten
  • Blockierungen von Wörtern
Ursachen sind unter anderem
  • genetisch
  • traumatisch
  • neurologisch
  • psychisch
Zur Behandlung stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung, die Ihnen vorgestellt werden, damit Sie sich für den für Sie geeigneten Weg entscheiden können. Neben dem Training im Therapieraum ist auch das Training außerhalb in der Alltagssituation hilfreich, um neue Erfahrungen zu sammeln, Techniken in der Alltagssituation anzuwenden und zu stabilisieren. Bewährt hat sich neben der Einzeltherapie die Gruppentherapie, da hier die kommunikativen Aspekte mit einbezogen werden können.