Myofunktionelle Störungen

Hier ist das äußere und innere Gleichgewicht der am Sprechen, Kauen und Schlucken beteiligten Muskeln gestört.

Die Kinder fallen häufig auf durch:
  • fehlenden Mundschluss mit Mundatmung,
  • Ablegen der Zunge an, auf oder vor den Zähnen,
  • Fehlentwicklungen der Zähne oder des Kiefers,
  • einen hohen, schmalen Gaumen,
  • Bevorzugung weicher Speisen,
  • nicht ausreichendes Kauen der Nahrung,
  • geräuschvolles Essen,
  • schlaffe Körperhaltung im Stehen und Sitzen,
  • schlaffe Gesichtsmuskulatur,
  • einer verkürzten Oberlippe und einer dicken Unterlippe,
  • Fehlbildungen von Lauten.

Diese können sich unter anderem entwickeln bei:
  • nicht gestillten Kindern,
  • zu großen Löchern im Flaschensauger,
  • zu langer Ernährung mit der Flasche,
  • langem Schnullergebrauch,
  • überwiegender Gabe von weicher Kost,
  • Verlegungen des Nasen-Rachenraumes (Polypen),
  • Reizüberflutung,
  • Überforderung,
  • genetischer familiärer Diposition.

In der Therapie wird die korrekte Zungenruhelage erarbeitet, es werden Muskelübungen für die Zunge und die Lippen durchgeführt. Bei ausreichender Regulierung kann damit begonnen werden, das korrekte Schluckmuster zu trainieren. Zusätzlich ist die Einbeziehung der bewussten Wahrnehmung der Körperspannung und der Körperhaltung mit regulierenden Übungen ein wichtiger Bestandteil.

In der Regel wird die Behandlung einmal wöchentlich im Rahmen einer 45-minütigen Sitzung durchgeführt. Neben der Einzeltherapie ist bei gleichaltrigen Kindern eine Gruppentherapie möglich. Uns stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung, um gezielt ein individuelles Behandlungskonzept zu erstellen.

Bei Myofunktionellen Störungen ist aufgrund der Umstellung einer jahrelangen Gewohnheit und der im Gehirn „als normalem Schluckvorgang“ abgespeicherten Fehlfunktion eine gute Motivation, ein tägliches Üben und die Unterstützung der Eltern notwendig.